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Starkregen: Wasserschaden in Wohnhaus

Wetzlar: Überlastung im Kanal erzeugte Rückstau mit Überschwemmung in Souterrainwohnung.

Grund der Überschwemmung war ein Starkregen, der sich an einem Wochenende dieses Jahres Mitte Juni ereignete. Unter anderem wurde eine Straße komplett unterspült und musste wegen Sanierungsarbeiten für mehrere Wochen gesperrt werden. Der erzeugte Rückstau im Kanal sorgte schließlich für die Überschwemmung im Wohnhaus, da hier keine Rückstauklappe im Kanalanschluss verbaut war. Pinguin-System wurde durch die Versicherung mit der Sanierung beauftragt.

Um zu ermitteln ob und in wieweit Fäkalwasser in die Bodenplatte und in die Dämmschicht eingedrungen ist und der Bodenaufbau verunreinigt ist, wurden von einer Baubiologin Probebohrungen von der Dämmschicht entnommen und in ein Labor gesendet. Das erstellte baubiologische Gutachten in den folgenden Tagen gab dann Gewissheit, dass hier eine erhöhte Schimmel- und Bakterienbelastung vorliegt. Nach Abstimmung mit dem Bausachverständigen kam man zu dem Schluss, die Dämmschichtspülung vorzunehmen, um die Verunreinigung zu minimieren, ohne dabei den kompletten Bodenaufbau samt Fußbodenheizung entfernen zu müssen und dennoch keine Gesundheitsbeeinträchtigung für die Bewohner besteht.

Bei dieser Methode werden über die gesamte Dämmschicht hinweg 50 mm große Bohrungen gesetzt. Die Bohrungen werden in dem Raster gesetzt, welches die darauffolgende Trocknung erfordert. Die Trocknung wird dann soweit vorinstalliert. Die Spülung besteht aus einer Lösung von Wasser und Wasserstoffperoxid (H2O2). Dies ist eine Flüssigverbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff, die nach einer gewissen Zeit in ihre natürlichen Bestandteile zerfällt und unbedenklich über das Abwassersystem entsorgt werden kann.

Da es sich hier um eine Kellerwohnung handelt, so dass der Höhenunterschied von der Straße bis in die Dämmschicht einen natürlichen Druck erzeugt, wurde die Mischung in einem Kubitainer auf dem Parkplatz des Hauses vorgenommen. Die Lösung wurde dann durch einen Schlauch in die Dämmschicht geleitet und bis Oberkante Dämmung „geflutet“. Mit sogenannten Wirkstoffprüfstäbchen prüft man anschließend die Konzentration auf der gesamten Fläche. Nach einer gewissen Reaktionszeit kann dann die Trocknung in Betrieb genommen werden. Die Entsorgung des Spülwassers erfolgte dann durch Unterdruck über einen Abscheider in das öffentliche Kanalsystem.

Mit Ausnahme der Küche, verblieben die Möbel während der gesamten Zeit im Haus und wurden lediglich zusammengestellt, da eine Auslagerung im Versicherungsumfang nicht inbegriffen war. Küche und Designboden wurden demontiert, wobei die vorhandene Küche nach der Sanierung wieder eingebaut werden kann.

Nach erfolgter Spülung und Trocknung wurde durch die Baubiologin eine Feinmessung vorgenommen, dabei stellte sich heraus, dass in Teilbereichen die Parameter noch zu hoch waren. Folglich wurde die Dämmschicht mit einer zusätzlichen Vernebelung (Fogging) der Räume behandelt. Der Nebel wird dann durch die Dämmschicht mit einem Unterdruck gezogen. Das wiederum bringt eine geringe Feuchtigkeit in die Dämmschicht. Sinn dieser Maßnahme ist, dass eine zweite Flutung umgangen werden kann und ein zweites Mal getrocknet werden müsste, weil nur die gesamte Fläche geflutet werden kann, keine Teilbereiche.

Das Fogging führte schlussendlich zum Erfolg und die zweite Feinmessung der Parameter war unbedenklich. Der Boden gilt nun als saniert und musste nicht komplett ausgebaut werden, was weit höhere Kosten verursacht und mehr Zeit in Anspruch genommen hätte. Die weitere Wiederherstellung der Wohnung wickelt der Versicherungsnehmer in Eigenregie mit Fremdfirmen ab.

 

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